32. Algermissener Zuchtstamm- und Kükenbörse

Größte Küken-Börse in Niedersachsen

 

Eine perfekt durchgeführte Veranstaltung - 12 Nationen waren vertreten

 

Algermissen. Die kleinen flauschigen Küken kamen bei der Algermissener Börse groß heraus. Aus über 60 Hühner-Rassen und Farbenschlägen schlüpfte in wenigen Tagen der Nachwuchs zu Hunderten, darunter recht seltene von der Roten Liste in Deutschland: alle durchweg züchterische Besonderheiten. Niedersachsens größte Küken-, Zuchtstamm- und Bruteier-Börse entpuppte sich in der gläsernen Halle der Natur-Gärtnerei Ingelmann zu den Publikums-Rennern im Hildesheimer Land um Natur und Mensch, ein beliebtes Ziel auch für Familien. Nach Informationen sollen über 3500 Rassetiere, die meisten davon Küken, die Besitzer gewechselt haben. Ein Rekord.

Vor begeisternden Augen vieler Besucher erblickten die kleinen flauschigen Lieblinge das Tageslicht. „Diesen Moment dürfen wir auf keinen Fall verpassen“, so die Devise bei den Opas, Omas mit ihren Enkeln. Die Spannung steigerte sich ständig.

   Das war immer dann der Fall, wenn die niedlichen Lebewesen anfingen, die Schale von innen anzupicken, um sich dann mit aller Macht aus dem Ei herauszudrücken. Ein Schaubrüter machte sowas möglich. Diese Faszination gehörte rundum zu den absoluten Highlights.

   Kinder kamen aus dem Staunen nicht heraus, wenn die sich an dem großen Küken-Schauring mit den vier Abteilungen drängten und das Verhalten der kleinen Gefiederten aus nächster Nähe bewunderten.

   Gekommen waren Hobbyzüchter aus den Vereinen im hannoverschen Landesverband zwischen Nordsee und dem Göttinger Land. Aus zwölf registrierten Nationen kamen weitere Liebhaber: Frankreich, Polen, Türkei, Tunesien, Irak, Kroatien, Italien, Österreich, Schweiz, Holland, Dänemark und Thailand.

   Ziel vieler Interessenten war der Erwerb von Küken, Jungtieren oder Zuchtstämmen von bestimmten Hühnerrassen für den eigenen Garten. Natürlich gab es auch zahlreiche fachliche Informationen über Alttiere und Küken, ums Brutei und dem Thema einer praktischen Haltung der unterschiedlichen Wirtschaftshühner samt der verzwergten Rassen.

   „Bei unserer Veranstaltung ist immer was los“, sagte der Ausstellungsleiter und Vorsitzende vom RGZV Algermissen, Hans-Joachim Therburg. Das unterstrich auch der hannoversche Landes-Verbandsvorsitzende Alfred Karl Walter, der eigens zu dieser so bedeutenden Küken-Börse anreiste. 40 Mitglieder aus dem eigenem Züchterkreis sorgten für eine perfekte, organisatorisch hochrangige Durchführung dieser Börse. Die standen auch mit fachkundigem Rat stets parat.

   Zu echten Hinguckern gehörten bei dieser Börse in Algermissen etliche Kulturrassen aus aller Welt. Dazu gehörten die in Japan vom Staat geförderten Langschwanzhühner der Onagadori, die Araucana mit Bommeln und Bart, bei den gleichnamigen Indianern vor rund 170 Jahren in Chile entdeckt, die massigen Kolosse der Jersey-Giants aus den USA, Ayam-Serama aus Malaysia, die kleinste Hühnerrasse weltweit, sowie die mit Rundhaube angetretenen Holländer Haubenhühner. Diese lockten viel Publikum an.

   Naturbrut mit Glucken zählt heute schon zu den Seltenheiten. Zwei Glucken von der Sussex-Wirtschaftsrasse führten ihren ausgebrüteten Nachwuchs souverän und mit großer Sorgfalt.    Viele Bruteiersätze von Urzwergen, verzwergten und großen Rassen wechselten die Besitzer zwecks Blutauffrischung oder für die Aufzucht einer neuen Rasse.

   Die Legeaktivität des Federviehs sei aber in diesem Jahr durch den starken Winter deutlich geringer gewesen als sonst. „Zu wenig Sonne und lange zu kalt“, nannte der Algermissener „Küken-Präsident“ Martin Ingelmann die Gründe. „Mit viel Aufwand ist uns dennoch eine gute Nachzucht zahlreicher Rassen gelungen“, fügte der Vereinschef Therburg stolz hinzu. Bester Beweis dafür war diese sauber und bis ins kleinste Detail durchgeführte Küken-Börse mit überaus starker Resonanz. Wer aus dem Umfeld der Rassegeflügelzüchter nicht anwesend war, hat eine Menge Interessantes und Sehenswertes rund um das Geflügel verpasst.

    

Fachliches Seminar

   Den Hobby-Rassezüchtern obliegt in der Regel die Erhaltung der biologischen Vielfalt (Biodiversität) und damit der zahlreichen verschiedenen Rassen. Sie züchten Wirtschaftshühner, verzwergte Rassen und Urzwerge nach bestimmten, vorgeschriebenen Rassestandards und weniger der Produktivität wegen. Diese Algermissener Veranstaltung gleicht seit Jahren verstärkt einem fachlich hochrangigen Seminar, wenn sich immer mehr neue Liebhaber bei den langgedienten und erfahrenen Hobbyzüchtern nach der richtigen Rasse für ihren Privatgarten oder der Umgangsweise mit Hühnern erkundigen. Auskunft darüber gaben die Züchter vor allem für Einsteiger, die kleinere Ausläufe und Grundstücke besitzen und welche Stallungen dafür geeignet sind.  

Text und Bilder: Gerhard Schütte

Hier eine kleine Auswahl von den zahlreichen „Hinguckern“ an Rassehühnern bei der Zuchtstamm- und Küken-Börse in Algermissen, der größten in Niedersachsen. Alle über 3500 angebotenen Tiere wechselten die Besitzer, die meisten davon waren Küken.

                                                                                                      

Ein Landhuhn aus Holland mit großer Haube und spitzen herabfallenden Haubenfedern auf dem Kopf.

 

                                                               

Federreiches Paduaner-Zwerghuhn mit voller Rundhaube, Kinn- und Backenbart.

 

                                                                                            

Araucana von den Indianern in Chile mit Federquasten und ausgeprägtem Backenbart.

 

 

Onagadori-Phönix-Hahn von Stefan Böhm. Der lange Schwanz von diesem Prachttier kann einige Meter lang werden. Das bislang längste vorgestellte Exemplar bei einer Rassegeflügelschau in Algermissen maß über sieben Meter an Schwanzlänge.

 

                                                                                                  

Das sorgte für Spannung immer dann, wenn ein Küken im Schaubrüter die Schale von innen sprengte.

 

 

Rekordbesuch mit Interessenten aus zwölf Ländern registrierte die Küken-Börse in Algermissen.

 

                                                                                                                           Der Vierfach-Kükenring, Stammplatz für die Kinder, die erstmals in ihrem Leben Küken in den Händen hielten.